"From Beyond" von Massacre (1991) ist zwar nicht die allererste Death Metal-Platte, aber ganz sicher diejenige, die mir erstmals ein Bewusstsein gegeben hat von dem, was dann zu meiner lebenslangen Obsession geworden ist. Das ist eine richtige Blaupause, grob und unbehandelt, dafür in jeglicher Hinsicht richtungsweisend: Vom Coverdesign (von Illustrator Ed Repka, berühmt geworden durch "Vic Rattlehead", das Megadeth-Maskottchen) über den sägenden Gitarrensound und die abartigen, ja absurd "splitternden" Gitarrensoli von Rick Rozz bis zum wunderbaren Todes-Gegurgle von Kam Lee.
Der beansprucht ja für sich, das Growlen, wie man es seitdem von so ziemlich allen DM-Releases kennt, erfunden zu haben. In der Tat wurde vorher eher heiser gekeift (siehe die entsprechenden Releases von Possessed und Death), und so tieeef unten hatte bis dato noch niemand seine Stimme verwendet. Und die Riffs, eingängig, groovig und bitterböse! Jeder Song sägt sich unerbittlich in die Gehörgänge; Breakdowns, Slams - all dieser neumodische DM-Schnickschnack ist hier einfach noch nicht vorhanden. Und auch die Produktion ist natürlich absolut wegweisend: "From Beyond" wurde in den legendären Morrisound Studios in Tampa, Florida von dem ebenso legendären Duo Scott Burns/Colin Richardson aufgenommen und produziert - wahrhaft eine heilige Stätte für jeden Oldschool-Death Metal-Fan wie euer Bloghost ja einer ist.
Die Band selbst wurde im Streit geboren (es waren die selben Herren, die vorher die Rhythmusgruppe von Death waren, sich aber mit Bandchef Chuck Schuldiner überworfen hatten) und ist im Streit auch wieder untergegangen. Zahlreiche, halbherzige Reunions, aus denen nichts Gescheites entstand, so wie ein paar lauwarme Releases, die im Endeffekt dann eh gar nichts mehr mit der ursprünglichen Musik zu tun hatten, können allerdings dem schaurigen Glanz dieser "Urplatte" niemals etwas anhaben. Muss man einfach im heimischen Regal haben, am besten auf Vinyl.
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