Donnerstag, 16. Januar 2020

Geschichtsstunde mit Mythic (US)

Liebe Leser, lange gab es nichts zu lesen vom Schreiber dieser Zeilen, doch das werden wir nun ändern. In Planung für die nächsten Wochen sind unter anderem Artikel über Deicide (Gründerväter), Vastum (für mich das OSDM-Highlight 2019), ein Rückblick auf kultige Death Metal Dokus und zum Start eine Rückschau auf die einzig wahre All-Female-OSDM-Band ever: Mythic (US).






Anlass dazu gibt der Rerelease des gesamten Schaffens, der aus Pittsburgh/Pennsylvania stammenden Formation, auf Vinyl (Floga Records). Diese bereits (je nach Quelle) 1998 bzw. 2004 zum ersten Mal erschienene und sinnig "Anthology" benannte Liedersammlung bietet sämtliche Songs der beiden Demos "(Rehearsal Tape 1991", "The Future Realm" (1991)) sowie der EP "Mourning in the Winter Solstice" (1993) (da hatte sich die Band bereits aufgelöst).

Existent nur von 1991-1992 spielten Mary Bielich (Bass), Dana Duffy (Gitarre/Vocals) und (die interessanterweise auf Metal Archives zwar am Bandfoto zu sehende aber nicht unter Mitglieder geführte) Terri Hegen (Drums) auf insgesamt 12 Songs eine Variation frühesten Doom Deaths, mit absolut tiefen Vocals (Chris Barnes, anyone?), anhand derer das Geschlecht der Sängerin nur schwer zu erkennen ist. Gegründet wurden Mythic 1991 von Mary und Terri. Dana, die zunächst bei Derketa aktiv war und Terri eigentlich als viertes Mitglied für ebendiese rekrutieren wollte, stieß als Letzte dazu. Da Mythic sich aber besser entwickelten als gedacht, war die Hauptband bald Geschichte und Frau konzentrierte sich Vollzeit auf Mythic. Die Gründe für die Auflösung nur ein Jahr später wurden nie ganz geklärt. Es dürfte sich aber nicht ganz freundschaftlich zugetragen haben. Angeblich war unter anderem Dana Duffys xenophobe Einstellung ein Grund dafür.


Zur Musik. Es ist kein reiner Doom, der uns hier geboten wird, vielmehr werden die Song, getragen von einer sehr basslastigen Produktion, die immer wieder auch an das erste Crowbar-Album erinnert, immer wieder durch thrashartige Ausbrüche, schnelleren Passagen und an Benediction und Incantation erinnernde Breaks aufgelockert. Die Gitarrenarbeit folgt, wie bei vielen Bands dieser Zeit, dem allmächtigen Tom G. Warrior und seinem Schaffen mit Hellhammer. Mehr Namedropping braucht man eigentlich auch nicht, um dieses Werk einer Band antesten zu müssen, das nicht nur als Exot (das All-Female-Label) Beachtung finden sollte, sondern sich einreiht in die frühen Tage des 90er Death/Dooms und auch unter diesen Veröffentlichungen brillieren kann.

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<Philgrim>