Und so ist ganz klar, wohin die Reise von “Morbid Realms” (so der Titel des aktuellen Werks) geht: In die überaus brachialen Gefilde früher Entombed- und Dismember-Releases. Was mir ein bisschen abgeht, ist die Bremse: die würde bei dem ganzen Gebrettere schon für ein wenig Abwechslung sorgen. Egal, man kann nicht alles haben. An die Originalität von Gatecreepers “Deserted” kommen Sentient Horror nicht ganz heran, trotzdem macht auch “Morbid Realms” höllischen Spaß und lässt die Nackenmuskeln ordentlich schmerzen. Kollege Christian Popp von metal.de hat es in seinem Review wiedermal wunderbar knorrig auf den Punkt gebracht: “Schädel spalten, Keule schwingen und dabei Death Metal singen” ²
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Auch der zweite Release, den ich euch unbedingt ans OSDM-Herz legen möchte, macht extrem gute Laune: “Archaic Towers of Annihilation” von Skullcrush, einer erst 2017 gegründeten Band aus Phoenix, Arizona. Der HM-2-Sound dominiert auch diese (wunderbar betitelte) Scheibe; hier wird allerdings im Gegensatz zu “Morbid Realms” oftmals das Tempo herausgenommen, was im Gesamteindruck noch mehr Heavyness vermittelt. Super auch die Pseudonyme der Bandmitglieder: Ideal Master of the Holy Crypt bearbeitet die Gitarrenseiten, High Seeker of Apocrypha zupft den Bass und brüllt sich mindestens wie der unheilige Martin van Drunen die Seele aus dem Leib, während der Grand Marshall of Hell das Drumset verprügelt.
Und - sorry ich kann nicht anders, als in Schubladen zu denken - speziell in den langsameren Passagen klingt “Archaic Towers of Annihilation” für mich wie eine Mischung aus alten Grave und der deutschen Kultformation Cryptic Brood. Was im Endeffekt eine unglaublich reizvolle Mischung ausmacht. Aber keine Sorge: Es wird ja auch gnadenlos geknüppelt und noch dazu in einer wunderbar oldschooligen Produktion. Das kann nicht mit den neuen Brutalo-Erzeugnissen mithalten (will es auch nicht), dafür bekommt man statt getriggerten Drums und Loudness-Unsinnigkeiten einen sehr analogen Mix serviert, in dem jeder verzerrte Ton absolut Sinn ergibt.
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¹ aus einem Interview mit dem Decibel Magazine, Ausgabe 01/20
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