Donnerstag, 31. Oktober 2019

NewsFLESH II: Cleric & Mortiferum.

Wieder gibt es neue Releases, über die hier unbedingt berichtet werden muß - 2019 ist wirklich ein exzellenter OSDM-Jahrgang! Da wäre zum Beispiel “Serpent Psalms”, das neue Werk der texanischen Band Cleric, das vor wenigen Tagen auf dem (superlässigen) Label Redefining Darkness erschienen ist.

“Serpent Psalms” hat für mich die selbe Signifikanz wie Gatecreeper’s “Deserted” (Review hier). Warum? Gemeinsam ist beiden US-Bands, daß sie soundtechnisch dem HM-2-Sound huldigen, also nach guten altem Schweden-Death klingen. Damit hört die Heldenverehrung allerdings schon wieder auf, denn beide Formationen gehen auf dieser Basis  eigene Wege - ganz so, wie man sich das als aufgeklärter OSDM-Fan heutzutage auch wünscht.



Cleric haben sich seit ihrem (auch schon sehr leckerem) Debüt “Gratum Inferno” im Jahr 2013 viel Zeit gelassen. Das merkt man, denn die gewachsenen Songwriting-Skills sind es, die mich sofort zum glühenden Verehrer haben werden lassen. Immer wieder verlassen die einzelnen Songs bereits ausgetretene Pfade und zwingen diesen Bloghost hier, sie nochmals zu hören. Und nochmals, und immer wieder. Sowas nennt man glaube ich “Suchtfaktor”.


Ich bin auch so verliebt in die Songtitel: “Destroying Eye of the Self”, “Lucifer Triumphant” oder “Of Twilight and of the Grave” (wunderschön!) - dieser kleine Funken Poesie ist sehr charmant und verweist auf die speziell inspirierende Umgangsweise von Engländern mit Musik seit vielen, vielen Jahrzehnten - da schwebt so eine Art dunkler Romantik im Raum, ich mag das sehr.

Trotzdem ist das neue Werk von Cleric natürlich kein “Poesiealbum für Feingeister” - sondern eine absolute OSDM-Granate. Die Rhythmusgruppe groovt, dass es eine helle Freude ist, und über all dem thronen die majestätischen, unheilkündenden Growls von Frontmann Zac. Unbedingt anchecken!!!


☠☠☠

Die zweite Band in unserem heutigen NEWSFLESH ist für mich in dem wunderbaren “Caverndeath”-Subgenre beheimatet. Dieses Genre ist zwar in keiner Wikipedia aufgeführt, wird aber in entsprechenden Foren immer wieder kultiviert. Vorbilder dafür sind die von mir auf ewig verehrten verwitterten Helden von Incantation, Immolation oder Infested - im Endeffekt klingt das so (wie der Name schon verrät) als würde die entsprechende Band am Eingang einer riesigen Höhle stehen und hineinbrüllen (oder aus der Höhle heraus?); also unglaublich viel Reverbeffekte, mit viel Emphase auf Stimme und Schlagzeug.


Die Band um die es geht, heisst Mortiferum; wurde 2016 gegründet und hat nun nach zwei Demos ihr Debüt auf dem legendären Label Profound Lore veröffentlicht. Wer mit den Releases des Labels einigermassen vertraut ist, weiss ungefähr, was ihn erwartet: Brachiale Härte, gnadenloses Riffing und eben ganz viel geiler Höhlensound. Mortiferum erfinden das OSDM-Genre nicht neu; das sind Traditionalisten, die aber ganz genau wissen, was der geneigte Fan haben möchte.

Wenn man “Disgorged from Psychotic Depths”, so der Name des Releases, von vorne bis hinten durchhört, kommt man nicht um eine gewisse Analogie herum: Die eines gewaltigen, brutalen Golems, der sich, vom Rabbi mit einem Zauberspruch erweckt, langsam und schnaufend in Bewegung setzt und dann donnernden Schrittes immer schneller durch die Landschaft brettert, eine Spur der absoluten Zerstörung hinterlassend.


Dieses Debüt hat ein tonnenschweres Gewicht - eine Schwere, von der man sich gerne zerquetschen lässt wie ein Insekt! Und auch hier gilt, was mich bei Cleric so anturnt: Zwischendurch groovt es mörderisch, an manchen Stellen erinnert das sogar mal an die unnachgiebige Kriegsmaschine Bolt Thrower. Ein absolut gelungenes Debüt, ich freue mich auf weitere Releases von Mortiferum.

<docN>

☠☠☠

Cleric Bandcamp und auf Redefining Darkness.

Mortiferum Bandcamp und auf Profound Lore.